Bericht zur Berlinfahrt 2022

Nachdem wir mit dem Zug in Berlin angekommen sind und bereits unser Gepäck im
Hotel verstaut hatten, konnten wir uns frei in Berlin bewegen. Nicht weit weg von
unserem Hotel befand sich die Gedächtnis-Kirche, mit welcher wir uns dann näher
beschäftigten. Später ging es zur „Topographie des Terrors“ in der Nähe der
Berliner-Mauer, hier treffen zwei deutsche Geschichten aufeinander. Die
Topographie behandelt viele Geschichten zu der Gestapo, SS-Leuten und Opfern,
welche sehr interessant waren und uns eine gute Einführung in unser Thema
gegeben haben.

Den ersten Tag konnten wir mit guten Gesprächen, einem schönen Essen und
neuen Eindrücken ausklingen lassen.

Den Samstag haben wir mit einem gemeinsamen Frühstück begonnen und uns
danach auf den Weg zum Bundestag gemacht. Nach einer kurzen Besichtigung der
Glaskuppel und einem kurzen Stopp beim Brandenburger Tor, sind wir zum
Denkmal für die ermordeten Juden Europas, gelaufen. Dort haben wir eine
interessante Führung bekommen und konnten danach das Gelände auf eigene
Faust erkunden. Als wir durch die Steinkästen gingen überkam uns ein
bedrückendes und beengtes Gefühl, vor allem, als die schwarzen Steine immer
höher wurden. Später erkundeten wir die Innenausstellung des Denkmals, wo die
persönlichen Berichte von Überlebenden, besonders eindrucksvoll und emotional
waren. Mit gemischten Gefühlen gingen wir zum gemeinsamen Abendessen.
Danach haben wir einen Film über Sophie Scholl geschaut, um damit ein weiteres
Thema, den Widerstand, aufzugreifen.

Am Sonntag besichtigten wir die Gedenkstätte Plötzensee, ein Gefängnis, in
welchem viele Menschen ihr Leben lassen mussten. Auch hier konnte wir einige
Seiten des Nationalsozialismus erkennen und intensiver mit beschäftigen. Der
ehemalige Exekutionsraum hinterließ die tiefsten Eindrücke, es war ein
überrollendes Gefühl, an einem Ort zustehen, wo so viele Menschen gestorben sind.
Später haben wir das Museum und die Gedenkstätte zum deutschen Widerstand
besucht. Wir haben erfahren, dass es Widerstand aus höchsten Reihen gab und wie
wichtig Widerstand im allgemeinen ist. Auch über andere Widerstandsformen,
vorfallen unter Jugendlichen, haben wir sehr viel gelernt.



Am Abend besuchten wir das Theater „Operation Mind fuck“, welches von
Fakenews, Verschwörungstheorien und der eigenen Meinung handelte. In gewisser
Weise hat dieses Theaterstück sich auch mit unserem Seminarthema beschäftigt.
Das Stück regte sehr zum Nachdenken, über Wahrheit und Lüge, richtig und falsch
an. 

Am Montag machten wir uns auf, zu der naheliegenden Fazenda in Nauen, wo wir
herzlich empfangen wurden und ein wenig das Leben dort genießen konnten.
Xanten hatte uns schon schwer beeindruckt, doch Gut Neuhof hat nochmal andere
Einblicke und Gefühle geweckt. Wir sahen einen Bauernhof mit vielen Tieren an,
trafen liebevolle Menschen und bekamen ein leckeres Mittagessen. Aus dem
Hofladen, durften wir uns Ringe mitnehmen, die uns immer an diesen schönen Tag
erinnern werden.

Zum Abschluss konnten wir über einer ehemalige Bäckerei, mit einer gemütlichen
Sitzecke, über die letzten Tage austauschen, Feedback geben, unsere Gefühle und
Emotionen äußern und einfach zusammen kommen.
Zusammenfassend haben wir die Zeit in Berlin genutzt, um uns intensiv mit der
Vergangenheit auseinanderzusetzen um diese nicht zu vergessen. Trotz des
bedrückenden Themas haben wir eine schöne Zeit in Berlin gehabt, welche unsere
Gruppe sehr bereichert hat. 

Ganz besonders wollen wir uns bei Robert und Anna bedanken, welche uns über die
Zeit begleitet haben und uns eine schöne und erfahrungsreiche Zeit ermöglicht
haben. 

Geschrieben von Leona Brenner
Campus Jahrgang 2022