Auf bekannten und verborgenen Wegen in Israel

„Das ist zwar ein verbotener Weg, da kann man aber trotzdem langfahren!“ Ein Satz der unsere Reiseplanung geprägt hat. Tatsächlich kannte unser Reiseleiter – zu unserem Erstaunen- fast jede noch so kleine Gasse in Israel, verboten oder nicht. Peter Klasvogt navigierte uns angefangen am Flughafen in Tel Aviv, später auch zu Fuß durch die Wüste oder auch auf dem Wasser des See Genezareth. Angefangen hat unser Abenteuer in Jerusalem, im Kloster Sankt Peter in Galicantu. Ein französisches Pilgerhaus, direkt neben dem Tempelberg mit einer traumhaften Aussicht über Jerusalem. In dieser Kulisse spielte sich Teil eins unserer Reise ab. Hier haben wir viele Sehenswürdigkeiten, wie die kleine Kirche Dominus flevit, die Klagemauer, den bekannten Felsendom und auch die Altstadt erkundet, wo wir häufig in den Genuss der arabischen Pita mit Humus kommen durften. Ein Tag wurde von vielen Emotionen begleitet. Er startete mit einer Führung durch die Holocaust Gedenkstätte „Yad Vashem“. Übersetzt heißt dies „ewige Erinnerung“ und soll dazu beitragen, dass die Verbrechen des Holocaustes in Deutschland nie in Vergessenheit geraten. In „Yad Vashem“ wurden die Geschehnisse in einer ganz besonderen Form aufbereitet, wir alle gingen sehr bewegt aus den großen Hallen.

Kurz darauf ging es zu einem ganz besonders fröhlichen Event in Jerusalem. Es war Palmsonntag und wir auf dem Weg zur riesigen Prozession mit hunderten von Pilgern. Hier war das absolute Kontrastprogramm zu spüren. Menschen feierten den Einzug Jesu nach Jerusalem. Sie sangen, tanzten und beteten voller Begeisterung in verschiedensten Sprachen – aber alle irgendwie zusammen. Wir mischten uns unter die Gruppen und stimmten mit in die Gesänge ein, kamen mit anderen Pilgern ins Gespräch und tanzten zum Schluss der Prozession mit vielen anderen.

An einem weiteren Tag haben wir auch die Geburtsstätte Jesu in Bethlehem besucht. Zwischen den Massen von Pilgern warteten auch wir auf Einlass in den kleinen Raum, wo wir den berühmten Stern von Bethlehem sehen durften.

Auch die Grabeskirche in Jerusalem war ein besonderes Erlebnis. Die Grabeskirche –  ein Ort voller Gegensätze. In kaum einem anderen Ort konnte man die Gegensätze verschiedener Konfessionen, deren Miteinander und auch Gegeneinander stärker erfahren. Im dritten Anlauf haben wir es nach einer Messe vor der Grabkammer Jesu tatsächlich geschafft in das Innere zu gelangen – trotz Gedränge vieler  Pilger. „Nun ja, wir sind hier im Orient“, mit diesen Worten führte Peter Klasvogt uns aus einem der heiligsten Orte des Christentums. Auch wieder eine neue Erfahrung: Vieles geht auch irgendwie ohne die typische deutsche Ordnung. Ob besser oder schlechter, kann wahrscheinlich nur jeder nach eigenem Empfinden beurteilen.

Campus-Weggemeinschaft in IsraelAber nicht immer hielten wir uns im großen Gerangel von Pilgermassen auf. Eins der großen Highlights war sicherlich für alle die Große Wanderung durch die Wüste. Ausgerüstet mit mehreren Litern Wasser haben wir uns aufgemacht. Ein Stück mit dem Auto Richtung Jericho und es ging los. Bei 36 Grad in der Sonne in die faszinierende Wüste. Wandernd, Kletternd, Rutschend und teilweise schweren Schritts haben wir auf der Hälfte das Georgskloster erreicht. Nach einer kurzen Pause mit Stärkung ging es weiter. Die letzte Etappe nach Jericho stand an. Am Felsabhang gingen wir hintereinander her, beobachteten die Klippdachse auf den Felsen und jeden unserer Schritte, damit wir nicht abrutschten. Auf den letzten Kilometer konnte man bereits Jericho erkennen und wir freuten uns auf eine Pause und etwas Schatten. Nachdem unsere Autos nach einer etwas größeren Pause wieder eingetroffen waren, ging es wieder zurück nach Jerusalem. Abends haben wir in einem leckerem armenischen Restaurant Platz genommen und uns durch die fremde Speisekarte probiert.

Den zweiten Teil unserer Reise haben wir am See Genezareth verbracht. Nahe der Brotvermehrungskirche in Tabgha haben wir uns in ein kleines Gästehaus der französischen Gemeinschaft Emanuel in Tiberias einquartiert. Gründonnerstag durften wir dort bei der Fußwaschung dabei sein und auch in der Osternacht um 4:00 Uhr nachts die Messe dort feiern. Für uns alle sehr beeindruckend. Am Ostersonntag schloss sich eine Bootstour über den See an ( also nicht zu Fuß, dennoch mit Erklärungen wie Jesus das damals wo und mit wem gemacht hat). Nahe Nazareth haben wir nochmal alles an Sportlichkeit gegeben um den Berg Tabor zu besteigen. Anschließend haben wir auch Nazareth nochmal erleben dürfen. Unzählige Erlebnisse bleiben uns in Erinnerung, nicht zuletzt, weil wir einen tollen Reiseführer hatten, der nicht nur alle verbotenen Wege kannte, sondern auch zu jedem Ort eine spannende Geschichte. Vielen Dank!

Caroline Krätzig und Janet Ladwig

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